Beschreibung
Tillandsia seleriana ist ein außergewöhnliches Bromeliengewächs aus Mittelamerika. Diese große Tillandsie wächst in Bergwäldern von Süd-Mexiko bis Nikaragua als Epiphyt an Baumstämmen, einzeln oder in kleineren Pulks. Die Blätter sind an der Basis stark löffelförmig verbreitert und bilden eine Scheinzwiebel. Die Blattspitzen sind nach oben gebogen, daher der englische Name „Rhino horn“. Die Einzelpflanze ist etwa 18 bis 23 cm hoch. Tillandsia seleriana ist eine Ameisenpflanze (Myrmecophyt); an den Naturstandorten nisten in der Scheinzwiebel spezialisierte symbiontische Ameisen. Für die Kultur sind aber keine Ameisen nötig. Nach einigen Jahren erscheint ein Blütenstand mit lilafarbenen Blüten. Nach dem Abblühen bilden sich eine oder mehrere Kindel an der Basis, bevor die Mutterrosette abstirbt.
Tillandsia seleriana wird zum Typ der „Grauen Tillandsien“ gezählt. Diese „Luftpflanzen“ stammen meistens von trockeneren Stellen und nehmen Wasser und Nährstoffe aus Regen, Nebel und Staub vollständig über die vielen Saugschuppen auf den Blättern auf, selbst aus sehr feuchter Luft. Die Wurzeln, soweit noch vorhanden, dienen als Haftorgan. In Kultur bindet oder klebt man solche Tillandsien auf festen Materialien wie Holz oder Steinen fest. Der Lichtbedarf ist hoch. Höhere Luftfeuchte ist günstig, doch die Luft darf nicht ständig sehr feucht sein und stagnieren, weil die Pflanzen abtrocknen können müssen. Daher sind „Graue Tillandsien“ nicht gut für Regenwaldterrarien geeignet, oder sie brauchen in ihnen einen trockeneren, gut ventilierten Platz. Man sprüht Tillandsia seleriana zwei- bis dreimal pro Woche mit weichem Wasser ein. Auch Tauchen ist möglich, aber in den Blattscheiden der Scheinzwiebel darf kein Wasser verbleiben. Mit jedem zweiten Wässern kann ein Orchideen- und Tillandsiendünger zugesetzt werden. Die Vermehrung geschieht durch Abtrennen der Kindel.
Tillandsia seleriana setzt mit ihren großen, dicken, graugrünen, samtig beschuppten Blattrosetten einen ungewöhnlichen Akzent. Möchte man ihre natürliche Wuchsweise nachahmen, befestigt man sie seitlich abstehend an einem senkrechten Stamm oder Borkenstück, mit nashornartig nach oben weisenden Blattspitzen.




